Nurzu, auf nach Niigata!

Vertiefung der Kontakte nach Ost-Japan mit einem Besuch bei der JDG Niigata

Eine dreiwöchige, privat organisierte Rundreise durch die Mitte und den Nordosten von Japan führte Tim Schneider, einer der Vizepräsidenten der DJG Sachsen-Anhalt e.V., auch in die Großstadt Niigata an der Westküste zum Japanischen Meer. Die aufgrund zahlreicher Eingemeindungen nunmehr über 800.000 Einwohner umfassende Stadt ist Sitz der Ver­waltung der gleichnamigen Präfektur und verfügt u.a. über sieben Universitäten und Hoch­schulen sowie einen nicht unbedeutenden Überseehafen. Die Region ist ein Erdöl- und Erdgas-Fördergebiet, daher gibt es auch Erdölraffinerien. Daneben spielen die Papier- und Nahrungsmittelindustrie sowie der Maschinen- und Schiffbau eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Im Jahr 1990, d.h. vor den Eingemeindungen, hatte Niigata ca. 486.000 Einwohner und mit 209 km² eine Stadtfläche nahezu identisch mit Magdeburg.

Tim Schneider wurde ausgesprochen freundlich und interessiert von Mitgliedern der Japanisch-Deutschen Gesellschaft von Niigata empfangen. Die Kontakte zwischen den beiden Gesellschaften bestehen bereits seit gut 20 Jahren und werden durch vielfältige Aktivitäten insbesondere unseres Präsidenten der DJG Sachsen-Anhalt, Prof. Dr.-Ing. Lutz Wisweh, kontinuierlich gepflegt. Die fruchtbare Kooperation zwischen der Otto-von-Guericke-Universität und der Niigata-Universität besteht bereits seit 1986.

Die gut 100 Mitglieder umfassende Japanisch-Deutsche Gesellschaft (JDG) in Niigata unterhält ein reges Vereinsleben. Für das Jahr 2015 ist eine Vereinsreise nach Deutschland angedacht, die nach derzeitigen Vorstellungen auch nach Magdeburg führen könnte.

Der Generaldirektor der JDG Niigata, Herr Michihei Kurihara, setzt sich u.a. als Geschäftsführer der „Shinano Watershuttle Corporation“, der „Weißen Flotte“ von Niigata, für die Stärkung des Stadttourismus ein. Er möchte sich künftig vertiefend über Magdeburgs touristische Angebote u.a. auf der Elbe mit dem Wasserstraßenkreuz und auch mit Blick über die Stadtgrenzen hinaus informieren.

Weitere Mitglieder der JDG Niigata, darunter mehrere Professoren der Universität Niigata, sind sehr an einer Vertiefung der Kontakte nach Magdeburg interessiert.

Der herzliche Empfang für Tim Schneider beinhaltete eine ganztägige Stadtführung durch die Innenstadt von Niigata, die von mehreren Mitgliedern der JDG Niigata begleitet wurde. Hierbei wurden u.a. ein durch Bürger-Engagement vor dem Abriss gerettetes und denkmalgerecht erneuertes historisches Gebäudeensemble des Sommersitzes der angesehenen Großhandels-Familie Saito mit einem ausgesprochen schönen japanischen Garten besichtigt. Ebenfalls wurde ein im Stadtzentrum gelegenes historisches Kaufmannshaus besucht.

Als unvergesslichen Höhepunkt des Tages lies es sich der nunmehr im (Un-)Ruhestand agierende frühere Oberbürgermeister der Stadt Niigata, Herr Yoshiaki Hasegawa, nicht nehmen, höchstpersönlich auf seine charmante Weise durch den in den zurückliegenden 15 Jahren schrittweise errichteten Kulturbezirk „Ryutopia“  mit dem „Niigata City Performing Arts Center“ und der „Niigata City Culture and Music Hall“ als neuer geistiger Stadtmitte von Niigata zu führen. Dabei wurden verschiedene Spielstätten eines Aufsehen erregenden Neubaus eines klassischen Theaters mit an­geschlossenem Noh-Theater sowie mit einem außergewöhnlich gestalteten, 1.900 Sitzplätze umfassenden Konzertsaal besichtigt. Als besondere Geste wurden ebenso die Backstage-Bereiche sowie die spektakuläre, begrünte Dachlandschaft zugänglich gemacht.

Der gesamte Gebäude­komplex, der auch den geschichtsträchtigen Hakusan-Schrein mit seinem Garten, ein gerettetes historisches Gebäude mit nunmehrigen Möglichkeiten für TeeZeremonie etc., ein Sportstadium und eine große Leichtathletikhalle sowie städtebaulich hervorragend integrierte, eiförmige, begrünte Parkhäuser sowie eine mit zahllosen Kirschbäumen bepflanzte, überdeckelte Hauptverkehrsstraße umfasst, bildet auf beeindruckende Weise eine grüne, würdevolle und attraktive neue Mitte der Stadt Niigata. Der Neubau des Rathauses sowie weitere Gebäude der Stadtverwaltung grenzen unmittelbar an die parkartige Stadtlandschaft an.

Weitere bemerkenswerte Bauvorhaben zur Aufwertung der beiden Flussufer des Shinano-Flusses wurden in den zurückliegenden Jahren mit hohem Anspruch realisiert.

So hat beispielsweise die größte Tageszeitung von Stadt und Region, „Niigata Nippo“, ihren Sitz aus der Peripherie von Niigata im Jahr 2014 mit einem prägnanten, die Stadtsilhouette beherrschenden, schwungvollen Hochhaus, dem „Media Ship“, wieder zurück in die Stadtmitte verlagert. Weitere Bauvorhaben wurden entlang der Uferpromenaden realisiert und sind darüber hinaus in Planung.

Die Innenstadt befindet sich in einem umfangreichen Transformationsprozess. Zahlreiche Neubauvorhaben, insbesondere von Büro- und Appartmenttürmen, verändern das Stadtbild. Die im Vergleich zu anderen Städten Japans breiten Hauptstraßen werden von Baumalleen begleitet, welche die Stadt angenehm auflockern und durchgrünen.

Die Hafenstadt Niigata als bedeutende Verkehrs- und Logistikdrehscheibe mit schnellem Shinkansen-Anschluss in das nur rd. 250 km entfernte Tokyo und leistungsfähigen Eisenbahn- und Autobahnverbindungen in alle Landesteile sowie einem eigenen Flughafen strebt eine Vertiefung der Kontakte zu ausländischen Städten insbesondere mit Logistikfunktionen an.

So unterhält die Stadt Niigata bereits seit Anfang der 1980er Jahre intensive städtepartnerschaftliche Beziehungen zur nordchinesischen Millionenstadt Harbin, ebenfalls Partnerstadt von Magdeburg. Gleich zu drei Städten in Russland sowie zu weiteren Städten in verschiedenen Ländern werden lebendige städtepartnerschaftliche Kontakte gepflegt. Die Menschen in Niigata werden als aufgeschlossen und warmherzig eingeschätzt.

Niigata gehörte zu den fünf Hafenstädten, mit deren Öffnung für den internationalen Handelsverkehr im Jahr 1858 sich Japan nach mehr als 250 Jahren selbst gewählter Isolation für das Ausland öffnete und damit seine umfassende Modernisierung einleitete.

Die Wertschätzung durch unsere Freunde in Niigata sollte uns Ansporn und Motivation zugleich sein, unsere Aktivitäten zur Vertiefung der freundschaftlichen Kontakte nach Niigata fortzusetzen.

Rückblick: Klopf, klopf! Japan, öffne dich.

Faszinierender Japan-Abend im Internationalen Begegnungszentrum der OVGU mit dem Vortrag „Klopf Klopf! Japan öffne dich! – Das Ende der Samurai-Epoche“

Gäste folgten Dr. med. Kenji Kamino auf seiner Zeit-Reise ins Japan des 19. Jahrhundert

Am Donnerstag, 30.01.2014, war auf Einladung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. und des Hausherrn des Internationalen Begegnungszentrums, dem Akademischen Auslandsamt der Otto-von-Guericke-Universität, bereits zum sechsten Mal Herr Dr. med. Kenji Kamino aus Hannover zu Besuch in Magdeburg.

Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Lutz Wisweh, Präsident der DJG Sachsen-Anhalt e.V.,  freute sich über das hohe Interesse der Magdeburger am Thema sowie über das bemerkenswerte Medienecho im Vorfeld zur Veranstaltung.

Dr. Kenji Kamino bot mit seinem äußerst kurzweiligen, reich bebilderten Vortrag einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe der bewegten Jahre des Sturzes der – mit 250 Jahre andauernden, fast vollkommenen Abschottung Japans von der Außenwelt einhergehenden – Shogunat-Regierung des Familien-Clans der Tokugawa. Dabei ging er ebenfalls vertiefend auf die Wiedereinführung der kaiserlichen Regierungsgewalt sowie auf die Öffnung Japans zur Außenwelt (1853 – 1869) ein.

Mit seiner liebenswerten Vortragsweise und seinem feinsinnigem Humor gelang es Dr. Kenji Kamino zum wiederholten Mal, seine Zuhörer mitzunehmen, ja mitzureißen. Dieses Mal auf eine Vortrags“reise“ durch einen der bedeutendsten Epochenwechsel der Neuzeit Japans.

Im Laufe des Vortrages wurde sehr anschaulich herausgearbeitet, wie die Öffnung Japans als Ergebnis der Schwäche und schließlich des Untergangs des Shogunates und somit der Wiedererlangung der Regierungsgewalt durch den Kaiserhof im Zusammenspiel mit einem deutlichen Druck von außen zu erklären ist. Von besonderem Gewicht war der militärische Druck der USA in Form des Auftretens von Kriegsschiffen in der Bucht von Edo (Tokyo). Die USA wollten in Japan Stützpunkte für ihre Walfangflotte und für Händler einrichten.

Das bis dahin auf feudalen Grundlagen basierende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem litt an inneren Verkrustungen sowie an mangelnden technischen und gesellschaftlichen Innovationen. Die Wirtschaftsentwicklung stagnierte, Wetterkatastrophen hatten mehrere Missernten zur Folge. Dies führte zu weit verbreitetem Hunger und somit zu großer Unzufriedenheit. Die Herrschaft des über Jahrhunderte machtvoll und unumstößlich regierenden Tokugawa-Clans geriet zunehmend ins Wanken. Die aus verschiedenen verbündeten süd- und westjapanischen Fürstentümern zusammengestellten Truppen besiegten schließlich das Heer des Shoguns.

1853 erzwangen die USA die Öffnung des Landes. Daraufhin folgten rasante Entwicklungen in allen Bereichen der Gesellschaft.

Der erste Konsul von England in Japan stellte fest, dass die japanische Gesellschaft auch ohne Kultur des Abendlandes hoch entwickelt ist, dass die Japaner glücklich sind. Er fragte offen: „Müssen wir wirklich unsere Kultur nach Japan bringen?“

1860 war der Beginn von Aktivitäten Preußens auf japanischem Territorium. Im Gegensatz zu England und Frankreich setzte Preußen einige Zeit auf die 31 verbündeten Fürstentümer des Nordens, die sich für den Erhalt des Shogunats und gegen die Erstarkung der kaiserlichen Gewalt einsetzten. Mit dem Fall des Fürstentums Aizu sowie mit der militärischen Bezwingung des Freistaates Ezo unter Enomoto Takeaki mit Sitz in der Stadt Hakodate auf Hokkaido wechselte Preußen seine außenpolitische Strategie und stellte sich auf die neuen Machtverhältnisse ein.

Bemerkenswert waren die Pointen und die nicht an feinsinniger Ironie mangelnden Ausführungen von Dr. Kenji Kamino über die bis heute wahrnehmbaren Nachwirkungen dieser Jahre der dynamischen Veränderungen mit unglaublichem Ausmaß.

Die insgesamt 48 Gäste sowie Vertreter von Universität und Deutsch-Japanischer Gesellschaft dankten es Dr. Kenji Kamino mit einem herzlichen Applaus und der Aufforderung, spätestens im kommenden Jahr wieder mit einem Vortrag nach Magdeburg zu kommen. Kamino sensei, hontoni yokatta desu. Arigato gozaimashita.

Tim Schneider

Rückblick: 1. Obon-Fest in Magdeburg

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen anwesenden Gästen bedanken, die unser 1. Obon-Fest in Magdeburg besuchten. Wir hatten viel Spaß zusammen und möchten im nächsten Jahr einen zweiten Versuch wagen.

Ein großer Dank geht ebenso an alle Helfer, die Lampions aufhingen, Kohl schnitten, den Grill betreuten, beim Einkaufen halfen und Taiko spielten.

Pressemitteilung zum O-Bon-Fest der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. am 14.09.2013 im Moritzhof in der Landeshauptstadt Magdeburg / Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Woche 2013

Tim Schneider, Magdeburg, 15.09.13

Konnichiwa. Shibaraku desu ne. Ogenki desu ka? … Do desu ka? … A so desu ka. … Ah, so desu ne… Sugoi… Hontoni desu ka?* … und und und … erklangen am vergangenen Sonnabend, 14.09., im Moritzhof vielfach höchst erfreute Stimmen in japanischer Sprache oder auch auf Deutsch mit japanischem Akzent.

Einfach unglaublich und höchst erfreulich, dass sich mehr als 30 Japaner, die in Magdeburg und Umgebung leben bzw. derzeit zu einem längeren Gastaufenthalt hier verweilen, auf den Weg zu einem gemeinsamen Fest gemacht haben. Und noch dazu, da gerade dieser Tage – wie jedes Jahr im September – eine Gruppe von 20 Studierenden und Professoren der Partneruniversität in Niigata in Nordwestjapan hier zu Besuch nach Magdeburg gekommen ist.

Das O-Bon-Fest der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., als lockeres und jederfrau/-mann offenes Spätsommerfest ausgelegt, führte sie mit Japan-interessierten Magdeburgern aus allen Generationen zusammen. Was für ein fröhliches Schwadronieren über Gott und die Welt, über Sushi und dass es in Japan viel mehr als das gibt…

Nach kurzhändiger Zählung besuchten mehr als 150 Gäste das O-Bon-Fest und genossen die milden Außentemperaturen auf dem heimeligen Moritzhof.

Taiko in Magdeburg – Akaishi Daiko

Höhepunkte waren die verschiedenen Auftritte der neu gegründeten Taiko-Trommler/Innen-Gruppe der DJG Sachsen-Anhalt „Akaishi Daiko“. Auch eine Kinder-Trommlergruppe aus der Freien Schule Harsdorfer Straße bot tapfer und kraftvoll einen überzeugenden Trommel-Einsatz dar.

Als weiteren Programmbaustein gab es leckere typisch japanische Gerichte zu verköstigen. Auf dem mitten im Moritzhof aufgebauten Tresen mit riesiger Brat- und Grillküche wurden von den in Magdeburg lebenden Japanern mit Unterstützung durch die direkt aus Japan eingeflogenen Teilnehmer der Sommerschule die Speisen vor den Augen der Gäste zubereitet. Auch der Präsident der DJG Prof. Lutz Wisweh ließ es sich nicht nehmen, die von seinen vielen Japan-Aufenthalten mitgebrachten kulinarischen Kenntnisse einzubringen.

So wurden u.a. die auch in Japan sehr beliebten Okonimiyaki, Yakitori- und Atsuage-Spieße, Yakionigiri sowie Harusame-Salat angeboten. Alles selbst fachkundig zubereitet und vor Ort gebraten bzw. gegrillt. Die Unterstützung von Rewe Food Services auf Vermittlung des DJG-Mitgliedes und altein­gesessenen Magdeburger Küchenmeisters Hartmut Pohl ermöglichte die Bereitstellung der kulinarischen Leckerhappen zu einem die Geldbörse schonenden Freundschafts­preis.

Martin mit seinem Double-Frontlight war zu Besuch

Zum weiteren Abend wurde mit eintretender Dämmerung dank zahlloser Japan-Lampions und weiterer Trommler-Auftritte der Moritzhof in eine fernöstliche Stimmung getaucht. Zahlreiche Politiker aus dem Stadtrat und darüber hinaus sowie Vertreter von der Otto-von-Guericke-Universität, der Landes­hauptstadt Magdeburg sowie der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, beim O-Bon-Fest dabei zu sein und fröhlich mitzufeiern.

Auch der in Japan zu einiger Bekanntheit gelangte „Magudeburugo no Marutin“ („der Magdeburger Martin“) – ein Fahrrad-Expeditionist aus Buckau, der vergangenes Jahr unter Begleitung eines Fernsehsenders in 40 Tagen mehr als 4.200 km längs sowie kreuz und quer durch ganz Japan mit einem uralten japanischen Fahrrad unterwegs war („double frontlight“…) – war unter den Gästen und wurde sogleich umringt von Jung und Alt und musste seine ganz besondere Geschichte immer wieder zum Besten geben.

So manche Teilnehmer des O-Bon-Festes brachten zum Ausdruck, dass sie vollkommen überrascht waren, dass solch ein fröhliches und entspanntes Japanfest hier in Magdeburg möglich ist und so unkompliziert und freundschaftlich ablaufen kann. Das O-Bon-Fest war auch dank einer großzügigen Förderung durch die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (AGSA) ermöglicht geworden. Es diente als Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Woche (IKW) 2013. Die Taiko-Trommler werden auch bei der Abschlussveranstaltung der IKW einen Beitrag einbringen.

Der Veranstalter Deutsch-Japanische Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. hat in Anbetracht des mitreißenden Erfolgs des Abends die feste Absicht, auch im Jahr 2014 solch ein Sommerfest für alle interessierten Magdeburger durchzuführen. Mögen sich die hier in Stadt und Region lebenden Japaner weiterhin so wohl fühlen und unsere einheimischen an fernen Kulturen Interessierten einen noch besseren Einblick in die Landeskultur des fernöstlichen Inselstaates wagen. So kann gelebte Integration aussehen.

Tim Schneider
Vizepräsident der DJG Sachsen-Anhalt e.V.

 * PS: Hier noch die Übersetzung der einführenden Wiedergabe einiger Wortfetzen auf Japanisch:  Guten Tag, hallo. Lange nicht gesehen, nicht wahr. Wie geht es dir? … Wie isses so? … Ist das so?  Ach so ist das … Wahnsinn…Echt, ist das wirklich so? …

Für die Fotos bedanken wir uns recht herzlich bei Michael Schumacher vom Fotohaus picasia.

Kinder-Uni in Magdeburg / Taikos dabei!

Nach ersten Auftritten in Halle, zum Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern, im Rahmen des Schulprojektes „Vielfalt“ in Magdeburg, wurde das Festprogramm anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Kinderuniversität Magdeburg am 06. Juli 2013 auch durch die neu gegründete Akaishi-Daiko-Gruppe der Deutsch-Japanischen-Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. unterstützt. Diese Gruppe ist eine Schwestergruppe der Akaishi-Daiko-Gruppe aus Shizuoka in Japan.

Mitglieder der DJG, ehemalige Studenten der Universität, die in Japan eigene Erfahrungen sammelten und in Magdeburg lebende Japanerinnen zeigten den „Kinderstudenten“ unter Bezug auf die Vorlesung über Japan im vergangenen Jahr wie man Origami-Figuren faltet, wie man traditionelle japanische Holzdrucke erstellt und wie man die Taiko (japanische Trommel) spielt.

 Viele Kinder versahen ihre mühevoll auf Postkarten erstellten Holzdrucke mit ihrer Adresse, banden sie an einen mit Helium gefüllten Luftballon und schickten ihn per „Luftpost“ auf die Reise in der Hoffnung von anderen Kindern eine Antwort zu bekommen.

Unter der Leitung unserer Vize-Präsidentin Sakiko Volke-Nakahara gab die Taiko-Gruppe einige Kostproben ihres Könnens, die nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern begeisterten.

Wir freuen uns natürlich sehr durch die Instrumentenspende und die Überlassung der traditionellen Kostüme der Trommler, ein solches musikalisches Kleinod nach Magdeburg bekommen zu haben um das Verständnis für die asiatische Kultur weiter zu wecken.

Dafür war die Kinder-Uni natürlich ein guter Anlass. Vielleicht findet damit auch manch einer den Weg zum O-Bon-Fest im Moritzhof am 14. September 2013.

Weitere Infos zur Kinder-Uni unter: Kinder-Uni Magdeburg

Traditionelles Neujahrsessen der DJG Sachsen-Anhalt e.V. 2013

Am Sonntag, 24. Februar 2013, trafen sich wie jedes Jahr Mitglieder, Japan-Freunde und „echte“ Japaner zu ihrem festlichen Neujahrsessen mit einem abwechslungsreichen Menü.

Auch dieses Jahr hat Vereins-Urgestein Hartmut Pohl, seines Zeichens Koch i.R. und Magdeburger Küchenmeister, wieder all seine Fantasie und kulinarischen Künste walten lassen und ein reichhaltiges Mehrgänge-Menü kredenzt. Gut 25 Gäste waren der Einladung in das Plaza-Hotel in der Halberstädter Straße in Sudenburg gefolgt.

Die Veranstaltung bot den richtigen Rahmen, den langjährigen Präsidenten der DJG Sachsen-Anhalt e.V., Rechtsanwalt Michael Gosewisch, nunmehr feierlich in seinen wohlverdienten (Vereins-)Ruhestand zu verabschieden.

Die Mitglieder des Vorstands dankten ihm für seine Beharrlichkeit und Gabe, die Vereins­fäden zusammenzuhalten, für sein selbstloses Engagement sowie für seine wegweisenden Entscheidungen und erfolgreich durchgeführten Projekte.

So wurde er auch gleich zum Ehrenpräsidenten der DJG Sachsen-Anhalt e.V. per Urkunde ernannt. Ebenfalls mit herzlichem Dankeschön und einem bunten Blumenstrauß verab­schiedet wurde Frau Dr. Elke Behrends, langjährige Vizepräsidentin.

Der kürzlich (die Volksstimme berichtete) neu gewählte Präsident der DJG, Prof. Dr.-Ing. Lutz Wisweh, dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und stellte den Anwesenden seine Vorstellungen über anstehende Vorhaben und Projekte vor.

So wird es am 12. März einen weiteren Vortrag über Erlebnisse in Japan (siehe nach­folgende Ankündigung), im Frühjahr Workshops zu verschiedenen Themen mit Japan-Bezug sowie u.a. im Sommer ein Obon-Fest geben.

Mitgliederversammlung der DJG Sachsen-Anhalt

Am Freitag, 1.2.13, hielt die Deutsch-Japanische Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. eine gut besuchte Mitgliederversammlung im Eine-Welt-Haus in der Schellingstraße ab. Anlass waren Kassenprüfung, Entlastung des Vorstandes, Jahresrückblick sowie Vorausschau für 2013 und die Wahl des neuen Präsidenten sowie des Vorstandes.

Mit bewegenden wie auch erfrischenden Worten ließ der bisherige langjährige Präsident, Rechtsanwalt Michael Gosewisch, die herausragenden Momente und Ereignisse des nunmehr 20jährigen Vereinslebens Revue passieren. Er tat dies wie gewohnt außerordentlich kurzweilig sowie gespickt mit die Lachmuskeln strapazierenden Anekdoten.

Das DJG-Gründungsmitglied, Karate-Meister und Aavalon-Mitinhaber, Dipl.-Ing. Joachim Kühn knüpfte mit seinen persönlichen Erinnerungen an die facettenreichen Aktivitäten der DJG nahtlos an.

Das langjährig engagierte Vereinsmitglied und seines Zeichens Rechnungsprüfer der DJG, Tobias Krull aus dem Rathaus konnte nach seiner umfassenden Prüfung der Vereinsfinanzen die Entlastung des Präsidenten Michael Gosewisch zur Abstimmung empfehlen.

Aus altersbedingten Gründen stand nun die Übergabe des Staffelstabes an die nächste Generation an. Der langjährige Japan-Kenner Professor Dr.-Ing. Lutz Wisweh von der Otto-von-Guericke-Universität wurde einstimmig zum neuen Präsidenten der

DJG Sachsen-Anhalt e.V. gewählt. Zu seiner Unterstützung wurden die mit viel Elan und nutzbringenden Kenntnissen ausgerüsteten Sakiko Nakahara, Tim Schneider und Peter Schmidt bei der Mitgliederversammlung in den Vorstand gewählt.

Natürlich galt ein lang anhaltender Applaus dem verdienstvollen Wirken des bisherigen Präsidenten Michael Gosewisch und als Vertrauensvorschuss für den neuen Vorstand um Prof. Dr.-Ing. Lutz Wisweh.

Am 24.2.2013 findet wie jedes Jahr das traditionelle Neujahrsessen der DJG im Plaza-Hotel in der Halberstädter Straße statt. In bewährter Ausübung seiner Künste wird das DJG-Gründungsmitglied, Koch i.R. und Magdeburger Küchenmeister Hartmut Pohl die Gaumen mit japanischen Delikatessen verwöhnen.

Dieses Ereignis wird dann auch den angemessenen Rahmen bieten, um dem langjährigen Präsidenten und MDR-Verwaltungsleiter Michael Gosewisch in seinen wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden und ihm herzlich zu danken.

Gosemishu Mishaelu, domo arigato gozaimashita.

Tim Schneider

Japan-Vortrag als Beitrag zu einer weltoffenen Elbestadt

Leserbrief aus der Volksstimme am 22.01.2013

Über einen Vortrag über japanische Volksfeste:

Japan kann extrem verschieden von uns in Mitteleuropa sein und doch irgendwie ähnlich, “einfach unglaublich”, werden so manche der 53 Gäste nach dem Vortrag von Dr. Kenji Kamino gedacht haben. Er führte sehr anschaulich in die historischen, religiös im Shinto wurzelnden Hintergründe und in die teilweise recht bizarren heutigen Ausprägungen von sechs Volksfesten und Straßenumzügen ein. So viel Lebensfreunde und Ausgelassenheit hätte man als unkundiger Europäer der modernen Hightech-Nation Japan niemals zugeschrieben. Der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt, Michael Gosewisch, erklärte mit einem Plädoyer für Toleranz: “Die Magdeburger möchten in nah und fern als weltoffene, für andere Kulturen interessierte und sie herzlich willkommen heißende Stadt wahrgenommen werden.”

Von Tim Schneider, Magdeburg