Mit dem Fahrrad einmal quer durch Japan zum Fuji san

Radreise-Geschichten mit Bildern, Wein und Bier.

Susanne und Frank Kulling berichten über ihre Radreise “Durch Japan zum Fuji san”.

Im Sommer 2018 radelten die Magdeburger Susanne und Frank Kulling drei Wochen durch Japan. Sie starteten auf Kyushu, der südlichen Hauptinsel, und radelten in einem weiten Bogen über mehrere Inseln mit dem Ziel Tokio.

Gut 1.300 km bei großer Sommerhitze kamen zusammen. „Wir radelten bei extremer Hitze und mit extremen Regenfällen. Japan ist ein extremes Land“, so die Radreisenden. Emotionale Höhepunkte waren der Besuch des Friedensparks in Hiroshima und der Aufstieg zum Fuji san.

Für den Vortrag wird ein Eintritt von 5,00 € erhoben. 

Zum Teil kommt dieser der gemeinnützigen Arbeit der Kinderschutzorganisation Familienhaus Magdeburg zu Gute.

Ort: Mehrgenerationenhaus “Familienhaus im Park“, Hohepfortestraße 14  (Nordpark, Stadtteil Alte Neustadt)

Datum: 21. Februar 2019 19:30 – 21:00

Tel. 0391 – 99 00 00 99

Anfahrt: MVB-Linie 2 – Haltestelle: Am Nordpark

Reservierungen sind ab sofort telefonisch unter der Telefonnummer 0391 – 99 00 00 99 oder per E-Mail post@familienhaus-magdeburg.de möglich. Karten müssen dann spätestens 45 Minuten vor der Veranstaltung abgeholt werden. Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor der Veranstaltung.

Getränke können bis zum Beginn der Veranstaltung im Café geordert werden. In der Mitte des Vortrages besteht die Möglichkeit weitere Getränke zu bestellen.

Siehe auch 

Foto: Susanne Kulling / Copy Frank Kulling

Foto: Susanne Kulling / Copy Frank Kulling

Sprache und Praxis in Japan

Werde Japanexpert/in für die Wirtschaft, Verwaltung und Industrie mit dem DAAD – Stipendium für Graduierte. Gewinne dabei Einblicke in die japanische Welt durch Sprachkurs und Praktikum vor Ort.

Programmziel

Ziel des Programms ist es, deutschen Graduierten die Möglichkeit zu bieten, an einem sprach- und praxisorientierten Programm in Japan teilzunehmen. 

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Graduierte mit mindestens abgeschlossenen Bachelorstudium aus den Fachbereichen Natur-, Ingenieur-, Rechts-, Politik und Wirtschaftswissenschaften sowie Architektur. 

Was wird gefördert?

10 monatiger Sprachkurs in Tokyo
6-monatiges Praktikum in einem japanischen bzw. deutsch-japanischem Unternehmen in Japan oder einer Verwaltungsinstitution

Stipendienleistungen

  • Reisekostenzuschuss
  • Leistungen zu Versicherungen KV, UV, PHV
  • monatliches Stipendium während der Stipendienlaufzeit
  • Sprachunterricht in Japan
  • Veranstaltungsangebot und Alumni-Arbeit der DAAD-Außenstelle
  • Betreuung vor Ort: Vorträge, Firmenbesuche, Veranstaltungen, Exkursionen, Netzwerke

Bewerbungsschluss ist der 31.01.2019

Weitere Informationen unter https://www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-und-bewerben/?status=&target=&subjectGrps=&daad=&q=sprache%20und%20praxis&page=1&detail=50015441

Sinuston mit japanischer Beteiligung in Magdeburg

Im Rahmen der seit vielen Jahren in Magdeburg etablierten und überregional Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Veranstaltungsreihe „SINUSTON – Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik“ Ende Oktober findet am Freitag, 26. Oktober, ein erfrischenden Hörgenuss versprechender Auftritt des französischen Ensembles CAIRN statt.

Freitag, 26. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Gesellschaftshaus / Schinkelsaal

Musik von Régis Campo, Jean-Luc Hervé, Pascal Dusapin, Isabel Mundry, Toshio Hosokawa, Igor Strawinsky

Ensemble CAIRN:  Michiko Takahashi [Gesang], Naomi Sato [Sho], Ayumi Mori [Klarinette], Fanny Vicens [Akkordeon], Jérôme Combier [Leitung]

Auszug aus der Programm-Ankündigung:

Elektronische Klangerzeugung ermöglicht es, Klänge vom Einzelton bis zu unendlich vielen Obertönen aufwärts zusammenzusetzen. Allerdings suchen sich Komponisten im 20. und 21. Jahrhundert nicht nur im Bereich Elektronik neue Klänge, sondern verstärkt auch in außereuropäischen Musikkulturen und -instrumenten.

Dabei traf die traditionelle Musik Japans immer wieder einen ganz besonderen Nerv.

Das Konzert des französischen Ensembles CAIRN spielt in einer gemischten Besetzung aus westlichen und japanischen Instrumenten Stücke im Spannungsfeld von neuer, traditioneller und elektronischer Musik.

Ticket:  € 10,-

Karten sind seit dem 01. Oktober im Vorverkauf an den Magdeburger Vorverkaufsstellen ‚Volksstimme Service-Center’, ‚Tourist Information’ und ‚Kartenhaus im Allee Center’ erhältlich. Tickethotline: (0391)540 6777

Sammelticket für die 6 kostenpflichtigen Abendkonzerte:

€ 45,- | erm. € 36,-

Kombitickets für die beiden Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag sind an der Abendkasse erhältlich und können über die Tickethotline reserviert werden.

Stipendium für Japaninteressierte

Schülerinnen und Schüler, die sich für Japan interessieren, haben jetzt die Möglichkeit, sich für ein Austauschjahr 2019/20 in Japan zu bewerben. Dort leben sie ein Schuljahr lang in einer Gastfamilie, besuchen die Schule vor Ort und lernen so den japanischen Alltag kennen. Bei der Abreise im März 2019 müssen die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahre alt sein. 

Organisiert wird das Austauschprogramm von der gemeinnützigen Organisation Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU), die sich für interkulturelle Bildung und Toleranz einsetzt und mit den Programmen keinerlei finanziellen Gewinn erzielt. Vor, während und nach dem Austausch nehmen die Jugendlichen an ausführlichen Seminaren teil. In Japan steht ihnen ein persönlicher Betreuer bei allen Fragen zur Seite. Damit die Teilnahme nicht von der finanziellen Situation der Familie abhängt, vergibt YFU jedes Jahr rund 300 einkommensabhängige Teilstipendien. Weitere Informationen zum Japan-Austausch finden Sie auch online unter www.yfu.de/japan

Unser DJG-Mitglied Mara hatte ebenfalls die Möglichkeit, ein halbes Jahr in einer japanischen Schule zu verbringen und berichtete über ihr Erlebnis für die DJG. Schauen Sie sich ihre Impressionen an, um den letzten Motivationsschub zu erlangen.

Mara in Japan…

Stadtplanerin aus Japan zu Gast in Magdeburg

Stadt- und Verkehrsplanerin Michie Masubuchi aus der japanischen Großstadt Utsunomiya für Interview-Gespräche zu Besuch im Stadtplanungsamt Magdeburg / Treffen mit dem Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.

Am Freitag, 26.01.2018, besuchte Frau Michie Masubuchi, Stadt- und Verkehrsplanerin der Stadtverwaltung von Utsunomiya, während ihrer zweiwöchigen Studienreise durch Deutschland das Stadtplanungsamt von Magdeburg für ein Fach-Interview.

Das von einem über die deutsche Stadtentwicklung sehr gut informierten japanischen Professor der Stadtplanung vermittelte Interview fand in einer kooperativen Atmosphäre statt und war von gegenseitigem Interesse und Neugierde geprägt.

Frau Masubuchi hatte sich bereits vor Antritt ihrer selbst organisierten und allein durch­geführten Bildungsreise umfassend vorbereitet und über aktuelle Planungs- und Bauthemen von Magdeburg informiert. Sie konnte daher sehr fundierte und sachkundige Fragen an die Interviewpartner aus dem Stadtplanungsamt richten. Sie hatte auch bereits am Vortag eine ganztägige umfangreiche Stadterkundung absolviert und sich mit hohem Interesse in über das Internet zugängliche Pläne und Konzepte eingelesen. Mit ihrer Orts- und Detailkenntnis verblüffte sie die Magdeburger Gesprächspartner.

Anhand von Luftbildern, Planwerken und persönlichen Einschätzungen wurde während des Interviews im Stadtplanungsamt über Magdeburger Erkenntnisse aus Schrumpfung, Stadtumbau, Teilabriss und Rückbau, Konsolidierung, Stadtteil-Stabilisierung, Frischzellenkur und Aufwertung der vergangenen 15 Jahre sowie über aktuelle Herausforderungen infolge der wieder wachsenden Stadt Magdeburg gesprochen.

Da die Großstadt Utsunomiya sehr ähnliche urbane Veränderungsprozesse wie Magdeburg durchläuft, hat sich Frau Masubuchi während der Gespräche viele Notizen gemacht, um die Magdeburger Erfahrungen nach Japan mitzunehmen.

Dass die Stadt Magdeburg nach langen Jahren der starken Schrumpfung seit einigen Jahren wieder wächst und auch viele junge Menschen anzieht, stieß auf hohes Interesse bei Frau Masubuchi. Die Magdeburger Gesprächspartner erläuterten ihr die neuen planerischen Herausforderungen näher.

Sie war positiv überrascht, dass eine nach japanischem Maßstab eher kleine Großstadt wie Magdeburg ein aus ihrer Sicht solch hoch entwickeltes ÖPNV-System mit einem vergleichs­weise gut entwickelten Verkehrsangebot „sich leisten kann“. Das alle Hauptachsen des Stadtgebietes abdeckende Straßenbahnnetz von Magdeburg sowie die z.Zt. in Realisierung und in Planung befindlichen Netzergänzungen haben Frau Masubuchi außerordentlich beeindruckt.

Auch der im Vergleich zu japanischen Großstädten außerhalb der drei Metropolregionen Tokio, Osaka und Nagoya in Magdeburg angebotene attraktive Abendverkehr mit Bussen und Bahnen sowie das Nachtverkehrsangebot der MVB haben großes Erstaunen und Respekt bei Frau Masubuchi hervorgerufen.

Der in ihrer Heimatstadt Utsunomiya im Bau befindliche 12 km lange erste Abschnitt einer Straßenbahn­stammstrecke soll ebenfalls im weiteren Verlauf netzartig erweitert werden. Die insbesondere in Leipzig und in Magdeburg gesammelten Erkenntnisse möchte Frau Masu­buchi in dieses Großprojekt einfließen lassen.

Die Art und Weise der integrierten Herangehensweise im Stadtumbau sowie von Stadt­planung und Verkehrs­planung bei der stadträumlichen Weiterentwicklung von Magdeburg fand ebenfalls hohes Interesse bei Frau Masubuchi. Sie interessierte sich für die Wirkungs­weise von Planungs­instrumenten, Aspekten des Fördermittelwesens und der Finanzmittel­bereitstellung.

Frau Masubuchi hat sich für die Betreuung bei den Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes herzlich bedankt und eine Einladung nach Japan ausgesprochen. Gern wird sie in Zukunft wieder nach Magdeburg kommen.

Im Anschluss ging es zum gemeinsamen Mittagessen in den Ratskeller, zu dem unser Präsident Lutz Wisweh sich extra Zeit genommen hatte. Nach einem angeregten Austausch über anstehende Projekte und Ideen für die deutsch-japanische Zusammenarbeit wurde als weitere Besichtigungsstation dem IBA shop in der WOBAU-Welle ein Besuch abgestattet.

Anhand der dort präsentierten Tafeln zur Entwicklung der Städtebaugeschichte von Magde­burg und dem großen Stadtmodell erläuterte das DJG-Mitglied und Vizepräsident Tim Schneider die Grundzüge der historischen wie auch der aktuellen Stadtentwicklung. Die derzeit aufgebaute Ausstellung zu den Ergebnissen des Gestaltungswettbewerbes für das Areal des Heumarktes fand dabei das besondere Interesse von Frau Masubuchi. Sie war erstaunt über die sehr weltstädtisch orientierten Grundzüge der prämierten Entwürfe.

Frau Irmelind Kirchner aus Berlin, Diplom-Übersetzerin MSc für Japanisch / Englisch / Deutsch sowie Kommunalwissenschaftlerin, hat all die Gespräche sehr souverän, höchst effizient und in angenehmer Weise begleitet. Ihr gilt allerhöchster Respekt und ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung des Fach-Austausches wie auch der informellen Gespräche.

Nach ihrem zweitägigen Besuch in Magdeburg ist Frau Masubuchi über Berlin nach Hamburg weitergereist, wo sie ihre Gespräche in Planungsämtern fortsetzen wird. Wir von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt wünschen Frau Masu­buchi ebenfalls beste Erfolge bei der Abrundung ihrer Deutschlandreise.

 

 

Beeindruckende Mitgliederreise nach Rostock

Beeindruckende Schloss-Besichtigung mit bezauberndem Japanischen Hain
Mitgliederreise wieder einmal voller Erfolg

Nach außen blicken, Inspirationen erhaschen, Eindrücke wirken lassen, den Horizont erweitern. Und ganz nebenbei auch mal wieder Meeresluft schnuppern.
Hierfür hatten sich 11 Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. zu ihrem Vereinsausflug des Jahres 2017 auf die Reise nach Mecklenburg gemacht.

Die Mitgliederreise – nunmehr schon eine langjährige Tradition des gemeinsamen Entdeckens von außergewöhnlichen japanischen Gärten in Nah und Fern – führte zunächst nach Rostock, um den noch immer gut gepflegten Japan-Garten auf dem Areal der Internationalen Gartenschau des Jahres 2003 gemeinsam zu besichtigen. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich noch der ebenfalls auf dem IGA-Gelände befindliche Chinesische Garten begutachtet sowie dem Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff „Dresden“, als größtes schwimmendes Museum Deutschlands, ein Besuch abgestattet.

Am Abend traf die illustre Reisegruppe im alteingesessenen Gasthaus „Zur Kogge“ nah am Rostocker Warnowkai den Präsidenten der DJG zu Rostock, Herrn Johannes Kunze sowie das langjährige Mitglied Kapitän auf großer Fahrt i.R. Heinrich Schröder. Gemeinsam probierte man auserlesene Spezialitäten der Mecklenburger Küche und des Ostseeraums bei würzigem Bier und passendem Weißwein. Dies bot einen hervorragenden Rahmen für eine Vertiefung der Gespräche in aktuelle Themen der Deutsch-Japanischen Beziehungen sowie in die jeweiligen Vereinstätigkeiten.

Am Sonntag ging es von Rostock aus zum Schloss Mitsuko in Todendorf bei Teterow, einem reizvoll in einer so nicht erwarteten bewegten Hügellandschaft 30 km südöstlich von Rostock gelegenen Gutshaus mit einer bemerkenswerten Japan-Ausstellung. Wir waren ein wenig vorinformiert. Es hieß, dass es eine Vielzahl von seltenen Exponaten aus Privatbesitz zu sehen geben wird. Aber was mag sich dort tief im Hinterland, hinter den sieben Hügeln bei den… mitten in Mecklenburg wohl verstecken?

Wir wurden außerordentlich überrascht.
Herr Professor Heinrich Johann Radeloff und seine Ehefrau Mitsuko, die treibenden Kräfte hinter der Etablierung des Museums und des außergewöhnlichen Gartens den Hügel hinauf hinter dem Schlösschen, ließen es sich trotz ihres hochbetagten Alters nicht nehmen, uns persönlich zu empfangen. Gemeinsam mit Herrn Karl-Michael Constien und einer Dame des Unterstützervereins wurde die Reisegruppe auf das herzlichste willkommen geheißen.

Herr Prof. Radeloff berichtete uns über das Schloss, den umgebenden Garten, seine Vorstellungen zur Umgestaltung, von den vielen Unterstützern und auch von seinem facettenreichen Lebensweg.
Er entstammt einem sehr alten Geschlecht aus dem Ostseeraum, lebte über 30 Jahre bei Kyoto, der alten Hauptstadt von Japan. Seinen Ruhestand nach einem bewegten, erfahrungsreichen Leben als Maler und auch in einigen anderen Professionen wollte er in seiner alten Heimat verbringen. Er konnte seine japanische Frau davon überzeugen, obwohl sie bis dahin kein Deutsch sprach. Und so begannen die beiden mit tatkräftiger Unterstützung vieler Hände ein neues, nochmals arbeitsreiches Leben mitten in Mecklenburg.

Mit viel Enthusiasmus und Liebe zum Detail wurde das alte Gutshaus hergerichtet und eine außergewöhnliche Ausstellung von aus Japan stammenden Exponaten aus verschiedenen Lebensbereichen wie Kunstwerke, Alltagsgegenstände, Kleidungsstücke, Objekte aus der Religionsausübung u.v.m. aufgebaut. In weiteren Räumen wurden Kunstobjekte verschiedener japanischer und deutscher Künstler ausgestellt. Das besondere am Ausstellungskonzept war ein spürbarer, zarter Zusammenhang, der durch die Atmosphäre des in Würde gealterten Schloss Mitsuko wie ein zarter Rauch von Räucherstäbchen in japanischen Shinto-Schreinen oder buddhistischen Tempeln dahinflog.

Durch diese beeindruckende Ausstellung, die man nie im Leben im ländlichen Mecklenburg erwarten würde, führte Karl-Michael Constien, Jünger von Prof. Radeloff, Adjutant, Bewunderer, Organisationstalent und vor allem anderen freischaffender Künstler, mit Sachkunde und feinsinnigem Humor. Chapeau! Wir waren unbeschreiblich beeindruckt.

Frau Mitsuko Radeloff hatte derweil einen verführerischen Imbiss aus japanisch anmutender Eierschecke in Verbindung mit einer Minze-Creme der allerfeinsten Art vorbereitet sowie einen schmackhaften Sencha (Grünen Tee) ausgeschenkt.

Die Geschichten zum Schloss Mitsuko und aus dem bewegten Leben der Familie Radeloff fesselten uns Zuhörer auf das Heftigste, so dass wir gar nicht wieder aufstehen wollten. Herr Prof. Radeloff verstand es wahrlich auf unvergessliche Weise, uns „in Beschlag zu nehmen“.

Es war uns aber dann doch möglich, unseren Wunsch auf eine geführte Besichtigung des Deutsch-Japanischen Hains hinter dem Gutshaus in Erinnerung zu rufen.

Besichtigung des Deutsch-Japanischen Hains in Rostock

Durch ein großes japanisches Sonnentor hindurch eröffnet sich dem Besucher der Blick auf den im fortgeschrittenen Entstehungsprozess befindlichen Deutsch-Japanischen Hain, in dessen Gestaltung der vorhandene Baumbestand geschickt einbezogen wurde. Viele gestalterische Elemente japanischer Gartenkunst wie Trockenteiche oder stille Orte des Verweilens sind Botschafter der fernöstlichen Ästhetik in der Gestaltung künstlich geschaffener Landschaften.

Die Entstehung eines Hains nach japanischem Vorbild dauert naturgegeben mehrere Jahrzehnte. Bereits im derzeitigen Entwicklungsstand sind beim Durchschreiten immer wieder neue Entdeckungen möglich. Mit traditionellen Methoden und vielfältigen in Mecklenburg nicht heimischen botanischen Raritäten wird aus dem früher verwaisten Garten ein Kleinod geformt, das in Deutschland einzigartig ist.

Seine große Anziehungskraft auf Besucher verdankt der Hain dem Kontrast zur ihn umgebenden Natur.

Die Harmonie des traditionellen japanischen Hains trifft auf eine durch die Eiszeit kräftig geformte Landschaft. Zeitgenössische Kunst von japanischen und deutschen Künstlern wurde in Form von Skulpturen und Arrangements sensibel eingefügt. Vor allem in den Sommermonaten ist der Hain Kulisse für Veranstaltungen wie zum Beispiel Gastauftritte japanischer Ensembles, die traditionelles Nô-Theater zwischen Bismarck-Eiche und japanischem Rotahorn aufführen.

Der Rundgang durch den Hain ermöglicht immer wieder neue Blickbeziehungen.

Einige wesentliche Elemente von japanischen Gärten, die im Deutsch-Japanischen Hain zur Anwendung gekommen sind, seien abschließend noch einmal kurz aufgeführt:

Rund 5.000 große eiszeitliche Granitsteine wurden aus der Umgebung herangeschafft, um das Gelände zu modellieren. Ein Teil der Granitsteine wurde in einer in Japan kultivierten Bauweise für eine imposante Natursteinmauer verwendet – schräg aufwachsend, mit engen Fugen und ohne Mörtel.

Einer der zentralen Orte des Hains ist ein großer Kraft-Stein, unter dem sich laut Herrn Prof. Radeloff drei Wasseradern kreuzen. Ein mediatives Hände-Auflegen unter seiner Anleitung ermöglicht es dafür offenen Besuchern, Stärkung und Zuversicht aufzunehmen.

Eine große Zahl fernöstlicher Pflanzen wurde stimmungsvoll kombiniert mit einheimischer Mecklenburger Vegetation.

Der Hain stellt ein bemerkenswertes Ensemble mit Gestaltungselementen, die als Vordergrund, Mittelgrund sowie Hintergrund wirken, dar. Dabei wurde Japangarten-typisch das Stilelement der „geborgten Landschaft“ von außerhalb des Gartens einbezogen.

Zusammenfassend darf eingeschätzt werden, dass mit dem Deutsch-Japanischen Hain am Schloss Mitsuko eine sehenswerte Symbiose von Landschaftsgarten und exotischer Japan-Garten-Gestaltung gelungen ist.

Auf der Rückreise bot sich dann noch die Möglichkeit, dem Japanischen Steingarten in Waren an der Müritz einen Besuch abzustatten. Dieser ist nach einhelliger Einschätzung ein echtes Kleinod mit dem bezeichnenden Namen „Kranich von Waren“ (Waren no tsuru) und befindet sich im Ensemble verschiedener Schaugärten vor der Silhouette der Stadt Waren.

Tim Schneider / Lutz Wisweh

Magdeburger Prof. Lutz Wisweh erhielt den Orden der Aufgehenden Sonne

Die hohe Auszeichnung erhielt der Professor im (Un)Ruhestand für sein jahrelanges unermüd­liches Engagement zur Vertiefung des Austausches zwischen Japan und Deutschland

Am Montag, 30. Januar 2017, wurde dem Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) Sachsen-Anhalt, Prof. Dr.-Ing. habil. Lutz Wisweh, vom Botschafter Japans in Deutschland, S.E. Takeshi Yagi, in der Japanischen Botschaft in Berlin in einer feierlichen Zeremonie der Orden der Aufgehenden Sonne mit goldenen und silbernen Strahlen verliehen.

Im Auftrag des Kaisers von Japan und der Regierung Japans überreichte Botschafter Yagi den Orden, der einer der höchsten Auszeichnungen des Kaiserreiches Japan darstellt, in Verbindung mit einer im kaiserlichen Palast mit dem Siegel des Staates versehenen und vom Premierminister Shinzo Abe und dem Leiter der Abteilung für Ordensverleihungen im Kabinettsamt, Herr Noriyuki Kouda, unterzeichneten großformatigen Urkunde an Prof. Wisweh.

Im Zuge der Veranstaltung, die im großen Salon der Botschaft stattfand, hielt der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr.-Ing. habil. Jens Strackeljan, eine Laudatio.

Mit einem stimmungsvollen Entree sowie einem mitreißenden Ausklang wusste die aufstrebende Pianistin Yuka Morishige zu verzaubern. Ihr virtuoses Eintauchen in fremde wie vertraute Klangwelten wird den Gästen des Abends unvergesslich in Erinnerung bleiben.

Anschließend geleitete der Botschafter mit seiner Frau die Gäste aus Magdeburg und Region in einen Bankett-Saal und lud zu einem festlichen Empfang mit einem japanischen Mehrgänge-Menü. Bei geselligem Austausch über die exzellenten Beziehungen zwischen Japan und Deutschland und über die Möglichkeiten der Vertiefung aus Sachsen-Anhalt fand der Empfang anlässlich der Ordensverleihung einen würdigen Abschluss.

Im Zuge der Verabschiedung brachte Botschafter Takeshi Yagi gegenüber Prof. Wisweh zum Ausdruck, dass er sehr gern nach Sachsen-Anhalt zu Besuch kommen werde.

Hintergrund

In seinem Grußwort würdigte Botschafter Takeshi Yagi die seit über 30 Jahren bestehenden umfangreichen Aktivitäten von Prof. Wisweh zum Aufbau und Vertiefung der Beziehungen zwischen der Otto-von-Guericke-Universität zur Niigata University in der Millionenstadt in Nord-Japan. Dass der Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen bereits vor der politischen Wende und Öffnung in die internationale Welt stattfand, fand Botschafter Yagi in besonderem Maß bemerkenswert. Seit den neuen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten im

Gefolge der deutschen Einheit und der Weiterentwicklung der Magdeburger Universität hat insbesondere durch das kontinuierliche Engagement von Prof. Wisweh im Verbund mit weiteren Angehörigen der Universität ein Austausch von über 500 wissenschaftlichen Experten und Studierenden zwischen der Niigata University und der Otto-von-Guericke-Universität stattgefunden. Dabei seien fruchtbringende wechselseitige Austausch- und Lernprozesse angestoßen worden.

Botschafter Yagi ging ebenfalls auf die vielgestaltigen kulturellen Aktivitäten von Prof. Wisweh im Zuge seiner Mitgliedschaft in der DJG Sachsen-Anhalt ein. Zunächst als einfaches Mitglied, bald als Vizepräsident und seit dem Jahr 2013 als Präsident lenkt er die mannigfaltigen Aktivitäten des lebendigen Vereins zur Förderung und Entwicklung des interkulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Japan. Dabei war es ein besonderes Anliegen von Prof. Wisweh, die facettenreichen Ausprägungen der japanischen Kultur und Gesellschaft den Menschen in Sachsen-Anhalt nahe zu bringen. Für besonders erwähnenswert hielt er auch die Entwicklung der japanischen Trommelgruppe „Akaishi Daiko-Deutschland“ der DJG, die inzwischen deutschlandweit bekannt und aktiv ist und deren Wurzeln tief mit der Mutter-Taiko-Gruppe in Japan verflochten sind.

In seinem Dankeswort ging Prof Wisweh auf die Unterstützung seiner Aktivitäten durch engagierte Universitätsmitarbeiter und Mitglieder der DJG Sachsen-Anhalt ein.

Er brachte zum Ausdruck, dass er den Orden als Würdigung der Leistungen vieler Mitwirkender betrachte. Er dankte ihnen allen bei dieser Gelegenheit.

Der Rektor der Otto-von-Guericke Universität, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, gewährte einen Einblick in die umfassenden Aktivitäten von Prof. Wisweh und weiteren Universitäts­angehörigen zur Etablierung eines intensiven Austausches mit Wissenschaftlern der Niigata Universität. Er hob die Bedeutung des wissenschaftlichen Austausches für die weitere Inter­nationalisierung der Magdeburger Universität wie auch des Landes Sachsen-Anhalt hervor. Gerade mit Blick auf die positiven langfristigen Auswirkungen der stetig anwachsenden Studierendenzahlen aus anderen Ländern sprach er sich für einen weiteren Ausbau und eine Vertiefung der bewährten Kontakte nach Japan aus. Er selbst hatte die Gelegenheit im Jahr 2015, im Zuge einer Reise zur Niigata University sich einen Einblick in den hohen Stand der akademischen Ausbildung und Forschung in Japan zu verschaffen. Er war von der um­fassenden Durchdringung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Lehrmethoden sowie vom hoch entwickelten Praxisbezug der Forschung sehr beeindruckt. Die Herzlichkeit des Empfangs wird ihm von bleibender Erinnerung sein.