Nachbereitung Taiko-Konzert

Am 23.06.2018 feierte Akaishi Daiko sein 5-jähriges Bestehen. Der Moritzhof voll ausverkauft und wir bedanken uns bei allen Anwesenden für ihre Unterstützung. Eingeschlossen sind vor allem die Gäste aber auch Gasttrommler, Helfer und Mitwirkende der DJG und von Akaishi Daiko.

Im folgenden eine Zusammenfassung des Konzertes als Ausschnitt der Magdeburger Volksstimme:

Japans Trommeln auf dem Moritzhof_Lokalanzeiger Volksstimme_2018-06-25_Webseite DJG

Vielen Dank an Martin Rieß und die Magdeburger Volksstimme zur Erlaubnis der Verwendung des Artikels.

5 Jahre Akaishi Daiko in Magdeburg

Am 11. März 2011 vibrierte in Japan die Erde. Die Folgen sind weltweit bekannt und lassen sich in wenigen Stichworten zusammenfassen: Fukushima, Tsunami, Erdbeben. Selbst im entfernten Deutschland fühlten sich viele Menschen ob der vermeidbaren atomaren Verschmutzung unwohl bis machtlos. Viele Deutsche, die sich zu diesem Zeitpunkt in Japan aufhielten, verließen blitzartig das Land. So tat es auch der Magdeburger Konstantin Volke. Mit dabei waren außerdem seine jetzige Ehefrau Sakiko Nakahara und der Geist der japanischen Trommeln aus den japanischen Alpen.

Japanische Trommeln – Die Geschichte der Taiko

Seit dem Altertum werden japanischen Trommeln (Taiko) für verschiedene Zwecke eingesetzt: von der Nachrichtenübermittlung im Militär, über die Nutzung als Musikinstrument bis hin zur Verwendung als Uhr. In der Edo-Zeit (1603-1868) gewann die Taiko-Kultur zunehmend Bedeutung im zivilen Leben und ist schlussendlich bis heute ein Teil der japanischen Kultur und Seele.

Japaner sagen, der Klang einer Taiko würde in Rhythmus und Frequenz dem Herzschlag entsprechen, den ein Säugling im Bauch seiner Mutter spürt. Diesen scheinbar trivialen Klang saugen die Zuhörer sprichwörtlich durch Haut, Nase und Ohren auf. Er fesselt Frauen wie Männer, Kinder wie Erwachsene und Leute anderer Kulturen gleichermaßen. Eigentlich geht es dabei nur darum, die Taiko mit dem Bachi (Schlägel) oder der Hand zu bespielen. Doch diese scheinbare Schlichtheit bietet eine unheimliche Vielfalt der Taiko-Künstler in Form verschiedener Techniken, Rhythmen und Bewegungen.

So wird das Spielen der Taikos zu einer rhythmischen Musik. Aber es ist noch mehr als das. Ein guter Musiker verfolgt die Philosophie und Werte des Budo. Dessen Inhalte erfordern ein reines Herz (心), das Erlernen von Techniken (技), einen starken Körper (体) und gegenseitigen Respekt und Höflichkeit (礼). Anders als bei der japanischen Kampfkunst, die ebenfalls diese Werte beinhaltet, gibt es beim Taiko keine Gegner – vielmehr muss man mit sich selbst kämpfen. Die Taiko ist wie ein Spiegel für den Spieler. Seine Schläge reflektiert sie in Stärke und Schärfe und antwortet ihm auf ihre eigene Weise. Das Zusammensein in der Gruppe, der Weg vom Training bis hin zur Präsentation eines Liedes ist ein großartiges Gefühl der Erfüllung für die Spieler.

Die Gründung von Akaishi Daiko

Zurück in Deutschland wurden die Koffer geöffnet und der Taiko-Geist verflüchtigte sich. Für die 27-jährige Sakiko Nakahara standen zunächst andere Prioritäten auf der Tagesordnung, um in ihrem neuen Magdeburger Leben Fuß zu fassen. Seit ihrer frühen Kindheit spielte sie Taiko und es sollte indes nicht lange dauern, bis sie auch in Magdeburg die ersten Klänge japanischer Trommeln vernahm. Im Jahr 2012 trat sie zunächst der Gruppe „Higashi Daiko“ bei, die es bereits seit einigen Jahren in Magdeburg gab. Doch die wieder auftauchende Stimme des Geistes wurde immer eindringlicher und er verführte mit Erinnerungen an den Berg Akaishidake in der gemeinsamen Heimat der japanischen Alpen.

Akaishi Daiko ist eine Taiko-Gruppe im kleinen Ort Kawanehon-cho in der Shizuoka Präfektur, der am Fuß des Akaishi-Gebirges liegt. Von den Gipfeln der Berge kann man in der Ferne den Fuji-san sehen. Einer dieser Gipfel ist aufgrund seiner roten Färbung als Akaishidake bekannt; nach ihm wurde das gesamte Gebirge benannt, das auch als japanische Südalpen bezeichnet wird. Akaishi heißt übersetzt roter Stein.

1981 wurde Akaishi Daiko in der Stadt Honkawanecho (heute: Kawanehon-cho) ins Leben gerufen. Daihachi Oguchi (小口大八) ist der Vater der Gruppe. Er kreierte den Kumi-Daiko-Stil. Jenen Stil also, der moderne Taiko-Ensembles ausmacht und Taiko-Trommeln mit anderen Instrumenten wie Flöten oder Gongs kombiniert und eine umfassende Choreographie verschiedenster Taiko-Spieler beinhaltet.

Akaishi Daiko in Magdeburg

Nachdem Sakiko Nakahara sich ihrer Herkunft nicht weiter verschließen konnte, gründete sie mit drei weiteren Mitgliedern im Jahr 2013 Akaishi Daiko Deutschland. Diese Initiative wurde außerdem durch die Deutsch-Japanische Gesellschaft Sachsen-Anhalt (DJG) umfassend unterstützt, in der Sakiko Nakahara mittlerweile als Vizepräsidentin agierte. Die Gruppe entwickelte sich als Kulturgruppe der DJG zu ihrem festen Bestandteil.

Den ersten Auftritt absolvierte die Gruppe am 29. Juni 2013 auf dem Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern. Zu dieser Zeit trainierten die Trommler noch im Keller eines Einfamilienhauses. Aber schon nach kurzer Zeit konnte mithilfe der DJG ein neuer Übungsraum in der Experimentellen Fabrik in Magdeburg bezogen werden.

Mitten in Magdeburgs Zentrum wuchs die Gruppe auf mittlerweile 25 Mitglieder und wurde ein oft gesehener Gast vieler Veranstaltungen wie zum Beispiel der Kulturnacht, der Fête de la musique oder dem Kunstmarkt im Buckauer Engpass. Auch außerhalb der Landeshauptstadt trommelte Akaishi Daiko Deutschland auf Sachsen-Anhalt-Tagen, auf Sommerfesten in Halle oder einer Budo-Veranstaltung in Hettstedt. Von Magdeburg ging es auch immer wieder nach Berlin (Kirschblütenfest, Internationale Tourismus Börse) oder zur Buchmesse in Leipzig.

In der deutschen Taiko-Szene machten sich Magdeburgs Trommler durch die Teilnahme an zahlreichen Workshops einen Namen. In Freiburg im Breisgau wurde zudem eine zweite Akaishi-Daiko-Gruppe gegründet.

5 Jahre Akaishi Daiko – das Jubliäumskonzert

Die stets positiven Rückmeldungen des Publikums sowie die Freude und Begeisterung der Magdeburger Akaishi-Daiko-Trommler veranlassten die Gruppe dazu, ein Jubiläumskonzert in ihrer Heimat zu organisieren. Dieses wird am 23. Juni im Moritzhof Magdeburg in der Zeit von 13 Uhr bis 18 Uhr stattfinden. Neben Akaishi Daiko Magdeburg und Freiburg werden weitere Gruppen aus Berlin, Hamburg und Wolfsburg sowie Gasttrommler aus Frankfurt (Main), Heidelberg und Fulda dabei sein. Auch einige Taiko-Spieler von Akaishi Daiko Japan werden sieben Jahre nach der Ankunft ihres ersten Mitgliedes die Reise nach Magdeburg antreten. Alle zusammen werden das größte Taiko-Konzert in Magdeburg gestalten, das es jemals hier an der Elbe gab. Neben den Klängen, der Dynamik, den Rhythmen, den Bewegungen und der Technik der Taikos und ihrer Spieler werden die Besucher mit japanischen Leckereien versorgt. Okonomiyaki (eine Art japanischer Eierkuchen), Manju und ein besonderes Curry werden für die Gäste durch Akaishi Daiko Köche frisch zubereitet.

Und so ist das Jubiläum nicht nur eine Geschichte von Sakiko und den Taikos, sondern auch von Japan und Magdeburg sowie von Menschen voller Herz und dem Gefühl der Erfüllung vom Geiste der Taikos aus den japanischen Alpen.

https://www.akaishidaiko.de/auftritte/5-jahre-akaishi-daiko-konzert/

5 Jahre Akaishi Daiko Deutschland – Das Jubiläumskonzert im Moritzhof Magdeburg

 

Wo?                Moritzhof Magdeburg, Moritzplatz 1 – 39124 Magdeburg

Wann?            Samstag, der 23.06.2018 zwischen 13 und 18 Uhr (Einlass: 12 Uhr)

Was?              Japanische Trommelkunst – Taiko

 

Tickets:           Stehplatzkarten – 7€ Vorverkauf – 10€ an der Abendkasse. Kinder bis einschl. 6 Jahren erhalten freien Eintritt

 

Vorkaufsstellen:

  • Online: https://moritzhof.ticket.io/
  • Moritzhof Magdeburg – Moritzplatz 1 – 39124 Magdeburg – Tel +49 (0)391 2578932 – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Das Kartenhaus (Allee-Center Magdeburg) – Ernst-Reuter-Allee 11 – 39104 Magdeburg – Tel +49 (0) 391 5313559 – Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 09:30 Uhr bis 20 Uhr (Donnerstag, Freitag auch bis 22:00 Uhr).
  • Volksstimme Servicecenter – Goldschmiedebrücke 15-17 – 39104 Magdeburg – Tel +49 (0) 391 5999700 – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 09:00 Uhr bis 19:00 Uhr und Samstag 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr
  • Tourist-Information Magdeburg – Breiter Weg 22 – 39104 Magdeburg – Tel +49 (0) 391 63601402 – Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr und Sonntag 09:30 Uhr bis 15:00 Uhr
  • Buchhandlung Bartel und Gand – Olvenstedter Str. 11 – 39108 Magdeburg – Tel +49 (0) 391 7328661 – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr und Samstag 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
  • Hot Rats – Arndtstr. 42 – 39108 Magdeburg – Tel: +49 (0) 391 6224946 – Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12:00 Uhr bis 19:00 Uhr und Samstag 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr

 

Handball WM: Japanerinnen zu Gast

Momentan findet in Deutschland die Handball Weltmeisterschaft der Frauen statt. Die WM macht dabei auch in Magdeburg halt. Das Besondere ist, dass auch die japanische Nationalmannschaft in der Getec-Arena auflaufen wird. Zur besten Prime-Time findet am 11.12.2017 um 20:30 Uhr das Achtelfinale der Japanerinnen gegen die Niederlande statt.

Es gibt noch jede Menge Tickets für das Spiel. Zum Beispiel auf Eventim. Tickets gibt es ab 18,50€. Das Ticket gilt dabei sowohl für das oben benannte Spiels, als auch für ein weiteres Achtelfinale zwischen Russland und Südkorea (ab. 17:30 Uhr).

Wer sich nicht gedulden kann, für den besteht bereits am 10.12.2017 die Möglichkeit, auch die Deutsche Frauen Nationalmannschaft in Magdeburg zur erleben.

Die Frauen Weltmeisterschaft findet nach 1965 und 1997 bereits zum dritten Mal in Deutschland statt. Für die WM wurde in der Getec Arena auch extra ein neue Boden ausgelegt, wie die Volksstimme berichtete.

Weitere Informationen zur WM gibt es auf der offiziellen Webseite des DHB.

Vernissage “Fluss als Zeitlinie”

Im Turmpark zeigt Shusuke Nishimatsu (geboren 1988 in Gifu, Japan) eine Klang- und Raum-Installation, zusammen mit einer Sammlung von Fundstücken aus der Elbe, die Reiner Borgunski über einen Zeitraum von mehreren Jahren zusammengetragen hat. Für die Ausstellung hat Shusuke Nishimatsu im September 2017 eine einmonatige Reise von der Quelle der Elbe bis nach Magdeburg unternommen. Zu Fuß und dem Fahrrad. Wärend dieser Zeit entstanden eine Reihe von Tonaufnahmen, die Wassergeräusche der Elbe dokumentieren. Sich über die Treppen im Wasserturm bewegend, erfährt man eine Reise an der Elbe.

Informationen zu Shusuke Nishimatsu

1988 Lives and works in Braunschweig, Germany
Education
2012-2017 Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, (Diploma by Prof. Candice Breitz) ,DE
2010 Exchange program to Ecole Nationale Supereure des Beaux-Arts de Dijon, FR
2007-2012
Nagoya University of Art,(BA Painting) Nagoya, JP
Group Exihibition/ Screening

2017
CEEHIILNPSSWZ. ACH MENSCH, Museum für Photographie, Braunschweig, DE
2016
Cross-Sections, Ryerson University, Toronto, CA
2016
international contemporary artshow, MDR Landesfunkhaus, Magdeburg, DE
2016
Group Works and Collaborations, Art labo aichi, Nagoya, JP
2016
Young Perspective 2016, Image Forum, Tokyo, JP
2015
Zeitgeist Media Festival, Berlin, DE
2015
How to walk in the earth, Nagoya University of Arts, Nagoya, JP
2015
Tokoname Art Field Residency, Tokoname, JP
2014
28. Internationales Filmfest Braunschweig, Braunschweig, DE
2014
I wish I could see you from there, HBK gallery, Braunschweig DE
2013
between the line, Michaelis Galleries, Cape town, ZA
2012
Moment, Nabis gallery, Tokyo, JP
2011 R_minute, Nantes, FR

www.shusukenishimatsu.com

Internationaler Jugend Freiwilligendienst

Der gemeinnützige Verein Internationaler Jugend Freiwilligendienst (IJFD) bietet aktuell wieder eine Ausschreibungsrunde an, um interessierte Jugendliche im Alter zwischen 18 und 26 Jahren die Möglichkeit zu eröffnen, einen einjährigen Freiwilligendienst in Japan zu verrichten.

In den Gastländern unterstützen die Freiwilligen die tägliche Arbeit in Werkstätten, Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung oder Senioren, Kindergärten oder Jugendherbergen. Der IJDF bietet vor Ort Seminarmöglichkeiten und Ansprechpartner.

Falls das Interesse geweckt wurde, gibt es weitere Informationen auf der Internetseite des IJFD per Mail an ifd.berlin@ijgd.de oder telefonisch unter 030 / 612 03 13 40.

Hier ein Auszug der Träger in Japan:

Amarenaisse Garden (Amagasaki bei Osaka)

  • Der Träger Akane betreibt mehrere Einrichtungen für Senior*innen in den Städten Amagasaki und Himeji. Die Hauptaufgaben bestehen in Reinigungsarbeiten, Vorbereitung und Anreichen von Mahlzeiten, Unterstützung bei der Freizeitgestaltung für die Nutzerinnen und Nutzer sowie Assistenz bei der Pflege.

Dejima Kunikusa (Hiroshima)

  • Mitarbeit in einem Altenheim (Lang- und Kurzzeitpflege). Die Hauptaufgabe besteht in der Unterstützung bei der Freizeitgestaltung für die Bewohner/innen des Pflegeheims und für die Benutzer/innen des dem Wohnheim angeschlossenen Tagesbetreuungszentrums.

Furuedai Hall (Osaka)

  • Senioreneinrichtung: Die Freiwilligen werden im Dayservice eingesetzt, um mit Senior_innen in Kontakt zu kommen, indem sie Mahlzeiten decken, anrichten und aufräumen, nach dem Besuch des Bades helfen, morgens und mittags Tee anreichen und sie bei Freizeitaktivitäten wie Gymnastik, Singen oder Kunsthandwerk unterstützen.

Ginnokai / Soma Midori (Himeji)

  • Der Träger Akane betreibt mehrere Einrichtungen für Senior_innen in den Städten Amagasaki und Himeji. Die Hauptaufgaben bestehen in Reinigungsarbeiten, Vorbereitung und Anreichen von Mahlzeiten, Unterstützung bei der Freizeitgestaltung für die Nutzerinnen und Nutzer sowie Assistenz bei der Pflege.

International Gospel League/IGL (Hiroshima)

  • Arbeit in Kindergärten und -tagesstätten der IGL, Begleitung des allgemeinen Tagesablaufs, Assistenz der Erzieher/innen. Da die IGL mehrere Einrichtungen betreut, werden die Freiwilligen für die Hälfte der Zeit jeweils in einem Kindergarten und einer Tagesstätte eingesetzt.

Die Bewerbung für September 2018 kann auch in der Geschäftsstelle Magdeburg abgegeben werden:

ijgd Magdeburg

Referat ILD
Schleinufer 14
39104 Magdeburg
Tel.: 0391-5096898-15

Gastfamilien für japanische Austauschstudenten gesucht

Seit mehr als 20 Jahren findet ein reger Austausch der Otto-von-Guericke Universität und der Niigata Universität in Japan statt. Im järhrlichen Wechsel reist eine Gruppe Studierender aus Magdeburg nach Niigata und im Folgejahr besuchen japanische Studenten die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts.

In diesem Jahr kommt im Zeitraum zwischen 31. August und 15. September eine Gruppe bestehend aus ca. 20 Studenten der Ingenieurswissenschaften nach Magdeburg. Sie sind zwischen 20 und 22 Jahre alt und möchten an der hiesigen Uni nun auch ihre Kenntnisse in deutscher Sprache und Kultur vertiefen. Für das 2. Septemberwochenende (08.-.10. September) ist geplant. die Studierenden bei Gastfamilien unterzubringen. Wer Interesse hat, für den Zeitraum einen oder gar zwei Japaner bei sich aufzunehmen, kontaktiert am besten direkt das Akademische Auslandsamt unter 0391/675 8514.

Medaka – der gefühlvolle Bonsaifisch

Haben Sie schon einmal etwas von Medaka gehört? Falls nicht, soll dieser Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen. Medaka sind Fische. Sie kommen aus Japan und sind recht klein. Langsam wird aber in Deutschland ihre Bekanntheit größer.

Medaka in der Wildnis

Eigentlich sind Medaka japanische Reisfische. Diese sind mit einer Größe von maximal 3-4 Zentimetern für Zierfische verhältnismäßig klein. In der Natur kommen sie in kleinen Bächen, Quellen oder Reisfeldern vor – in Süßwasser mit wenig Strömung also. Läuft man aber aufmerksam durch japanische Städe oder Dörfer, so sieht man häufig kleine Eimer oder Bottiche vor den Haustüren stehen, in denen sich die Reisfischchen tummeln. Medakas sind bereits sehr tief in der japanischen Kultur verwurzelt: Viele Kinder kennen sie noch aus Mini-Aquarien, die im Fensterbrett der Schule oder auf deren Hof standen und auch in Baumärkten gibt es sie fast das ganze Jahr zu kaufen. Medakas haben in Japan einen ähnlichen Stellenwert wie hierzulande Goldfische – denn bereits seit dem 17. Jahrhundert werden sie als Zierfische gehalten.

Gründe für die Popularität der Medaka

Es gibt mehrere Gründe für die Popularität der kleinen Reisfische. Der Wichtigste davon ist sicher ihre Anspruchslosigkeit: Sie sind klein, brauchen keine externe Sauerstoffzufuhr oder Filter und auch keine Heizung. Im Sommer überleben Medaka ohne Probleme in einem kleinen Eimer mit nur zwanzig Zentimentern Durchmesser. Medakas sind Fleischfresser und ihre Lieblingsspeise sind Mückenlarven.

Mit ein bisschen Muttererde, genügend Licht und einigen kleinen Wasserpflänzchen für die Sauerstoffproduktion halten sich die kleinen Fische sogar in Einmachgläsern. Die Resistenz der Medaka zeigt sich auch in deren Verbreitung in ganz Japan. Vom kalten Norden bis in den heißen Süden überleben Medaka in Gewässern mit Temperaturen knapp 40 Grad oder kurz vor der Gefriergrenze. Einige von ihnen haben es sogar auf eine Reise ins All geschafft.

Neue Medaka-Vielfalt

Nicht nur im All, sondern auch auf Erden nimmt die Popularität der kleinen Reisfische stets zu. Vor allem in den letzten zehn Jahren stürzten sich viele Züchter auf den Oryzias latipes, um neue Varianten zu erhalten. In Analogie zu den großen japanischen Zuchtbrüdern Koi und Goldfisch, ist auch die Medaka-Vielfalt am Wachsen. Vor allem die schnellen Zucht-Ergebnisse sind hier von Vorteil. Während Kois bis zu vier Jahre benötigen, um einen Erfolg zu erzielen, sind es bei den Reisfischen lediglich drei Monate. Außerdem macht sich abermals der Platzvorteil bemerkbar, denn Kois benötigen einen großen Teich und Medakas sprichwörtlich nur einen Blumentopf.

Wilde Medaka kommen in der Natur in den Farben schwarz und grau vor. Vor ca. 400 Jahren kamen auch noch goldene (Himedaka) und weiße (Shiromedaka) Farben hinzu. In den letzen Jahren traten weitere Züchtungen auf: Miyuki (silberfarben), Lame (mit glänzenden Schuppen), Kouhaku (rot/weiß), Sanshoku (dreifarbig) und viele mehr – Farben und Muster wie bei Koys und längere Flossen wie bei Goldfischen.

Der gefühlvolle Bonsaifisch für Jedermann

Gerade in Japan, wo es in den Städten aber auch in Dörfern in der Regel kaum Platz für Fischteiche gibt, passen Medaka sehr gut ins Bild – oder eben auf den Balkon oder Fenstersims. Statt große Kois in großen Teichen, kann man die kleinen Reisfische wie im Bonsai-Garten halten. Wie Kois sind Medakas auch sehr zutraulich. Sobald es Futter gibt, kommen sie an die Oberfläche und knabbern daran. Aber da sie auch sehr gerne Mückenlarven fressen, halten sie kleine Wassertümpel insektenfrei.

Medaka sind somit die perfekten Fische sowohl für Aquarien-Liebhaber als auch Gartenenthusiasten. Aber auch für Bonsai-Liebhaber, die etwas Neues für ihren Mikro-Garten suchen, passen die kleinen Fischchen hervorragend.